Mehr Zeit und Geld für Sorgearbeit
Ein Beitrag mit Anja Peter von Katharina Wehrli in der Moneta
Der Kostendruck auf die Sorgearbeit steigt und steigt. Das verschlechtert die Arbeitsbedingungen und schliesslich auch die Qualität der Arbeit an sich. Das betrifft uns alle. Und es betrifft insbesondere die Frauen. Denn sie leisten den Grossteil der bezahlten wie auch unbezahlten Sorgearbeit und nehmen dafür grosse Einkommenseinbussen und ein erhöhtes Risiko für Altersarmut in Kauf. Aber auch wir als Gesellschaft bezahlen für die heutige Organisation der Sorgearbeit einen hohen Preis. Denn Sorgearbeit wird unter den Zwängen des kapitalistischen Systems zu etwas, das man sich leisten können muss. «Es kann nicht sein, dass die Grundversorgung, wie das Gesundheitswesen, die Altenbetreuung, Kinderbetreuung und Bildung, eine Frage der finanziellen Möglichkeiten der Haushalte ist.»
Dabei wäre eigentlich klar, wo der Ausgangspunkt für Überlegungen rund um eine sozial nachhaltige Zukunft wäre: «Wenn wir anerkennen, dass es ohne unbezahlte Arbeit auch nichts anderes gibt: keine Produktivität, keine Politik, keine Kultur – rein gar nichts, dann müssen wir die Verhältnisse vom Kopf auf die Füsse stellen. Dann würden diese Arbeit und die Menschen, die sie leisten, im Mittelpunkt unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen (Neu-)Organisation stehen.»
Im Artikel von Katharina Wehrli geht es um Visionen für Sorgearbeit ohne Zeit- und Kostendruck, um konkrete Möglichkeiten der Finanzierung und darum, woran wir bis jetzt gescheitert sind: am politischen Willen.
Anja durfte für das Büro für Feminismus dazu beitragen. Hier gehts zum Artikel, veröffentlicht am 2. Oktorber 2024 in der Moneta: Mehr Zeit und Geld für Sorgearbeit.
Aktuell im Büro für Feminismus
Mutter schafft alles
Ein Beitrag mit Simona Isler in der Coopzeitung
Die wahren Superheldinnen des Alltags sind die Mütter – damals wie heute jonglieren sie Erwartungen, Bedürfnisse und Aufgaben. Chantal Herger zeigt in ihrem Beitrag, wie sich ihr Alltag gewandelt hat und wie drei Generationen die Mutterschaft erleben. Und Simona Isler sorgt für die Fakten aus historischer und feministisch-ökonomischer Perspektive. Eins ist dabei klar: Grundlegende Veränderungen sind überfällig.
«Wir brauchen mehr Zeit und Geld für die Care-Arbeit»
Interview mit Sarah Schilliger im ARTISET
Es sind vor allem Frauen, die in Sorge-Berufen arbeiten und auch den Grossteil der unbezahlten Sorgearbeit zu Hause leisten. Und dafür werden sie ökonomisch benachteiligt. Sarah Schilliger unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung von Sorgearbeit und macht deutlich: Ohne ökonomische Anerkennung lösen wir die Sorge-Krise nicht.
Ohne Migration keine Sorge(n)!? Plädoyer für eine solidarische Care-Gesellschaft
Ein Beitrag von Julia Maisenbacher und Sarah Schilliger
Die beiden Autorinnen formulieren eine Kritik der SVP-Initiative zur 10-Millionen-Schweiz aus feministischer Perspektive. Für ein linkes und feministisches Gegen-Narrativ: Mit gerechten Arbeitsbedingungen, der gesellschaftlichen Bedeutung von Sogearbeit und inklusiver Solidarität im Zentrum.



