Büro für Feminismus - Grafikelement

Sorgearbeit als Teil der Wirtschaft. Eine Einführung in die feministische Ökonomie.

Die feministische Ökonomie beleuchtet, was in herkömmlichen Wirtschaftstheorien und in politischen Diskursen ausgeblendet wird: Die Arbeit und die wirtschaftliche Situation der Frauen. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um die Rolle des Staates und um Macht und Verfügungsgewalt.

Im Zentrum steht die Sorgearbeit – bezahlt und unbezahlt. Sie wird vorwiegend von Frauen geleistet und macht in der Schweiz weit mehr als die Hälfte aller Arbeit aus: nämlich gut 70 Prozent! Sorgearbeit ist Arbeit, die Wohlstand und Lebensstandard für alle schafft – Arbeit, die für unser Leben unverzichtbar ist. Denn ohne Pflege, Betreuung, Bildung, Reinigung, Essen und Trinken funktioniert keine Gesellschaft.

Doch wer Sorgearbeit leistet, wird ökonomisch bestraft – mit tiefen Löhnen, schlechten Arbeitsbedingungen und Zeitnot.

Wir gehen dem Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit, Geschlecht und Sorgearbeit nach. Und wir lernen, weshalb wir unbezahlte und bezahlte Sorgearbeit nur im Zusammenspiel analysieren können. Wir decken die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung der Sorgearbeit auf. Und die politischen Herausforderungen, die mit ihr verbunden sind. Aber auch die revolutionäre Sprengkraft, die in ihr steckt.

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Das Ende der Wachstumsökonomie. Eine feministische Analyse.

Die Klimakrise und die Sorgekrise zeigen die Grenzen unseres Wirtschaftssystems auf. Denn der Zwang zu unendlichem Wachstum kollidiert mit einem endlichen Planeten und mit  begrenzten zeitlichen und körperlichen Ressorucen.

Doch in herkömmlichen Wirtschaftstheorien spielen soziale und ökologische Nachhaltigkeit keine Rolle. Das ist kein rein theoretisches Problem: Die herkömmliche Perspektive auf Wirtschaft prägt auch den politischen Diskurs. Sie macht eine fundierte Analyse der aktuellen Krisen unmöglich – und damit auch den Umbau zu einer sozial und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft. Denn Wirtschaft kann nicht nachhaltig sein, solange jene Arbeit unsichtbar bleibt, die Leben erhält.

Genau hier setzt die feministische Ökonomie an: Sie rückt ins Zentrum, was das Leben sichert – etwa Bildung, Gesundheit, Ernährung, Betreuung und Wohnen. Oder mit der politischen Philosophin und Aktivistin Silvia Federici gesprochen: Hausarbeit und Sorgearbeit bilden den «Ausgangspunkt» jeder Ökonomie: den Ausgangspunkt, ohne den keine Produktion möglich wäre, keine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und kein Wohlstand.

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40 Jahre Gleichstellungspolitik: Zeit für eine Bilanz. Eine feministische Perspektive auf Politik und Ökonomie.

Die Einkommenslücke der Frauen beträgt 100 Milliarden Franken im Jahr. Und ihre Renten sind rund 30 Prozent tiefer als jene der Männer. Nicht, weil sie weniger arbeiten, sondern weil sie für ihre Arbeit weniger bezahlt werden. Ökonomische Unabhängigkeit ist für die meisten bis heute keine Realität – irgendwo sind wir falsch abgebogen.

Wir diskutieren, weshalb die Schweizer Gleichstellungspolitik versagt, warum mehr Erwerbsarbeit nicht zu mehr Emanzipation führt und warum sich Profit und Sorgearbeit nicht vereinbaren lassen.

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Feministische Perspektiven auf den Sozialstaat.

Die Schweiz gehört bezüglich öffentlicher Sorge-Infrastrukturen und Entlastungsmassnahmen für Familien und Haushalte zu den Schlusslichtern Europas. In keinem anderen europäischen Land sind die Kosten für Kitas und Tagesschulen so hoch wie in der Schweiz.
14 Wochen Mutterschaftsurlaub und zwei Wochen Vaterschaftsurlaub sind lächerlich wenig. Die Kosten und die zeitliche Belastung für die Pflege und Betreuung von Angehörigen tragen vor allem die Betroffenen. Und unsere Altersvorsorge wird zu einem wichtigen Teil von den Pensionskassen getragen: einem Versicherungssystem, das direkt an die Höhe von Lohn und Erwerbspensum geknüpft ist und, das Gewinne privatisiert. Um nur einige Beispiele zu nennen. Der Schweizer Sozialstaat ist folglich ziemlich dürftig ausgestattet. Und das hat eine lange Tradition.

Wir schauen uns an, weshalb die neoliberalen Angriffe auf den Sozialstaat nur die Spitze des Eisbergs sind. Und was unser gängiges Verständnis von Wirtschaft mit unserer Vorstellung von Staat zu tun hat.