Die Buchvernissage von «Prekäre Liberalisierung. Sexuelle Arbeit von Frauen in der Schweiz (1950–1990).» wird organisiert vom Büro für Feminismus gemeinsam mit XENIA und der Autorin Sarah Baumann.
Als Einstieg ins Thema nimmt uns Sarah Baumann mit auf eine Gedankenreise in den Zeitraum von 1950 bis 1990. Im Anschluss moderiert Sarah Schilliger vom Büro für Feminismus ein Gespräch zwischen der Autorin und Christa Ammann von Xenia. Was hat sich seit den 90er Jahren verändert? Und was ist gleich geblieben?
Darum geht’s in «Prekäre Liberalisierung»
Sexualität als Arbeit polarisiert. In Debatten um Sexarbeit verhandeln Gesellschaften Fragen rund um Moral, sexuelle Normen, Geschlechterverhältnisse und Migrationspolitik. Was in solchen Debatten selten zur Sprache kommt, sind die sozialen und ökonomischen Verhältnisse, in denen Frauen arbeiten, die mit Sex Geld verdienen. Sarah Baumann untersucht in ihrem Buch «Prekäre Liberalisierung. Sexuelle Arbeit von Frauen in der Schweiz (1950–1990).» das Phänomen der Sexarbeit aus einer arbeits- und geschlechterhistorischen Perspektive. Dazu richtet sie den Blick auf die Schweiz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und fragt danach, wie sich gesellschaftliche Debatten, behördliche Regulierungen rund um die Sexarbeit in urbanen Räumen gestalteten und veränderten. Sexarbeit, so zeigt die Studie, hatte aus Sicht der arbeitenden Frauen eine zentrale haushaltsökonomische Funktion, während politische Akteure sie als »notwendiges Übel« gleichzeitig essentialisierten und kriminalisierten. Die sogenannte sexuelle Liberalisierung brachte den Frauen nur bedingt mehr Freiheiten, vielmehr festigte sie das Narrativ der Sexarbeiterin als selbstverantwortliches Marktsubjekt. Sexuelle Tabus fielen, doch Frauen in der Sexarbeit blieben unsichtbar und prekarisiert.
Vernissage
Wann: 13. Feb | 19.30 Uhr
Tür: 19.00 Uhr
Wo: ONO in Bern
Das Buch ist im November 2025 in der Reihe Geschichte und Geschlechter als Band 83 bei Campus erschienen.